Erkrankungen der Katze




Infektionskrankheiten

Unter einer Infektion (von lat. inficere = hineinbringen) versteht man das Eindringen und die anschließende Vermehrung von Krankheits- erregern in einem Organismus. Die Folge sind sogenannte Infektionskrankheiten.

Tiere gleicher Art, zum Teil aber auch anderer Tierarten und Menschen können sich anstecken. („infizieren“), und zwar überwiegend durch direkten Kontakt mit einem erkrankten Individuum, aber auch indirekt über Gegenstände, die mit ihm in Berührung waren. Die Erreger dringen bevorzugt über die Schleimhäute, zum Beispiel im Nasen-Rachen-Raum, oder auch über die Haut in den Körper ein. Manche Erreger werden durch Insekten (Flöhe, Mücken) übertragen.

Die Zeit vom Eindringen des Erregers bis zum Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen heißt Inkubationszeit. Sie variiert je nach Erkrankung zwischen wenigen Stunden bis zu mehreren Jahren.

Die Infektion kann lokal begrenzt bleiben, wie z.B. bei einer reinen Bindehautentzündung oder einer Ohrenentzündung, vielfach wird sie sich jedoch allgemein ausbreiten und den ganzen Körper mitein- beziehen. Fieber ist eine typische Reaktion auf eine Allgemeininfektion.

In ihrer Vermehrungsphase werden die Erreger oft mit allen Körper sekreten ausgeschieden und mit Speichel, Urin und Kot an andere Tiere weitergegeben.

FIP
Katzenseuche
Katzenschnupfen
Leukose
Tollwut
Wie funktioniert der Impfschutz?

FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

FIP wird durch einen Coronavirus übertragen und äussert sich im Anfangstadium oft in Form von Fieber, Appetitmangel, Gewichtsverlust und Atembeschwerden. Sie ist eine komplexe tödlich verlaufende Viruserkrankung der Katzen. Sie ist überaus gefährlich und wird durch den direkten Kontakt mit infizierten Artgenossen bzw. indirekt über Freßnapf und Katzentoilette übertragen.

Man unterscheidet eine sogenannte feuchte Form der FIP, die in typischen Fällen mit einer "Bauchwassersucht" einhergeht. Die Katzen sind bei diesem Krankheitsbild stark abgemagert und haben einen dicken mit Flüssigkeit gefüllten Bauch. Auch in der Brusthöhle können solche Flüssigkeitsansammlungen auftreten.

Die zweite Variante ist die sogenannte trockene FIP. Hier kommt es zu Schädigungen der inneren Organe (Leber, Niere, Milz, Herz etc.)

FIP wurde bei Katzen erstmals in den 60er Jahren festgestellt und ist inzwischen weltweit verbreitet. Wegen ihres unspezifischen Krankheitsbildes kann sie häufig nur sehr schwer oder gar nicht diagnostiziert werden. Sie ist in Deutschland inzwischen für fast jeden sechsten Todesfall bei Katzen verantwortlich. Jede Katzen, die Ausgang nach draußen hat und dadurch mit Artgenossen in Kontakt kommt, ist prinzipiell ansteckungsgefährdet. Erkrankt eine Katze an FIP, so sind die Folgen praktisch immer tödlich.

Bislang gibt es noch keine wirksame Therapie, die den tödlichen Ausgang dieser Krankheit verhindert. Die einzige Möglichkeit, Katzen vor FIP zu schützen, besteht durch völlige Isolation oder prophylaktische Impfung der Tiere. Prinzipiell können alle gesunden Katzen ohne Sicherheitsrisiko geimpft werden. Hierbei wird der Impfstoff nicht gespritzt, sondern über die Nase verabreicht.

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Katzenseuche (Feline Infektiöse Enteritisoder Panleukopenie)

ist sehr ansteckend und kann für Katzen in jedem Alter tödlich verlaufen. Besonders häufig sind aber Katzen unter 2 Jahren betroffen. Die Erkrankung beginnt mit schnell ansteigendem Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen und schließlich wässrig-blutigem Durchfall.
Wegen des hohen Flüssigkeitsverlustes leiden die Katzen unter starkem Durst, sind aber meist zu sehr geschwächt, um noch selbst zu trinken.
Er Erreger ist ein winzig kleiner Virus, der zu der Familie der Parvo-Viren gehört. Die erkrankten Katzen scheiden ihn mit dem Kot aus. Gegenüber äußeren Einflüssen ist der Virus sehr widerstandsfähig, er kann seine krankmachenden Eigenschaften selbst über Jahre behalten.
Die Ansteckung kann einerseits durch direkten Kontakt mit erkrankten Katzen und andererseits auch indirekt mit Gegenständen und Kleidung erfolgen. Deshalb sind Katzen, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, ebenfalls gefährdet. Die vorbeugende Schutzimpfung ist die einzige verlässliche Bekämpfungsmethode.
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Katzenschnupfen (Feline Virale Rhinotracheitis)

Katzenschnupfen (Feline Virale Rhinotracheitis) ist eine ansteckende Infektionskrankheit, für die mehrere Viren verantwortlich sind. In den meisten Fällen sind Rhinotracheitis-, Calici- und Herpesviren sowie Chlamydien für die Erkrankung verantwortlich. Der Katzenschnupfen ist für die Tiere eine lebensbedrohliche Erkrankung. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt mit anderen Katzen. Besonders tükisch ist, daß Katzen den Erreger bereits ausscheiden können, wenn sie äußerlich noch gesund erscheinen.
Die Krankheit beginnt mit tränenden Augen, klarem, wässrigem Augenausfluss, Niesen, Appetitlosigkeit und Fieber.
Bei ungünstigem Verlauf kommen Schleimhautdefekte, schmerzhafte, blutige Geschwüre in der Nase, auf der Zunge, am Zahnfleisch und im Rachen hinzu.
In schweren Fällen sterben die erkrankten Tiere innerhalb weniger Tage. Auch wenn eine ursächliche Behandlung des Katzenschnupfens nicht möglich ist, sollte dennoch bei den ersten Krankheitszeichen ein Tierarzt aufgesucht werden, denn bei frühzeitiger Hilfe kann zumindest der Krankheitsverlauf gemildert werden. Ein zuverlässiger Schutz ist jedoch nur durch die Impfung möglich.
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Leukose (FeLV)

ist eine Viruserkrankung mit schleichendem Verlauf. Von der Ansteckung bis zur Erkrankung könne Jahre vergehen. In dieser Zeit wird der Erreger bereits millionenfach mit dem Speichel, Kot, Augen- und Nasensekret ausgeschieden. Die Übertragung ist über die Maulhöhle bei Benutzung des gleichen Futtergeschirrs oder durch Biss möglich. Bei Infektion über die Maulhöhle gelangt das Virus nach Vermehrung in der Maulschleimhaut und den Mandel in die Blutbahn und schließlich in das Knochenmark, wo es zu einer weiteren Vermehrung kommt.
Nach erneutem Freisetzen ins Blut, besiedeln die Erreger zahlreiche Organe. Der Ausbruch der Krankheit kann mit den vielfältigsten Krankheitserscheinungen einhergehen. Beginnend mit Lustlosigkeit, Fieber, plötzlicher Abmagerung, blassen Schleimhäuten, Entzündungen am Zahnfleisch bis hin zu Wucherungen in der Brusthöhle und im Bauch. Die größte Gefahr besteht bei der Leukose in einer Schwächung der Abwehrkraft. Die Leukose ist oft Grundlage für andere, meist tödlich verlaufende Krankheiten. Schutz bietet nur eine vorbeugende Impfung. Bevor Sie Ihre Katzen impfen lasen, sollte die Katze einen Bluttest mit FeLV-negativem Resultat aufweisen.
In nicht fortgeschrittenem Stadium ist Leukose gut behandelbar; die Katzen müssen nicht eingeschläfert, aber zu ihrem Schutz von nicht Leukose-geimpften-Artgenossen ferngehalten werden.
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Tollwut

wird durch ein Rhabdovirus übertragen, der nicht nur zahlreiche Tierarten gefährdet, sondern auch den Menschen. Nach Ausbruch der ersten Krankheitserscheinungen gibt es keine Möglichkeit der Heilung.
Eine Behandlung erkrankter Tiere ist aus veterinärrechtlichen Gründen verboten. Die Tollwut gehört somit zu den gefährlichsten und gefürchtetsten Infektionskrankheiten.
Die Übertragung erfolgt durch virushaltigen Speichel infizierter Tiere. Er Erreger gelangt über Hautverletzungen, z.B. Schürf- oder Bisswunden in den Körper; von dort wandert der Erreger über Nervenbahnen zum Gehirn. Je nach Entfernung der Bißstelle vom Gehirn dauert die Inkubationszeit bis zu 30 und mehr Tage. Die typischen Symptome sind: Bewegungsstörungen, abnormales Verhalten wie besondere Schreckhaftigkeit, aber auch auffallend zahmes Verhalten sonst scheuer Tiere. Im Endstadium herrschen dann Krämpfe und Lähmungen vor, die letztendlich immer zum Tode führen.
Die Tollwutschutzimpfung gehört zu den Impfungen, die unbedingt durchgeführt werden müssen, wenn man mit seinem Tier ins Ausland verreisen möchte. Da der Impfschutz wie auch bei den anderen Impfungen nur ein Jahr hält, muß die Impfung jährlich wiederholt werden.
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Wie funktioniert der Impfschutz?

Durch Impfungen konnten in der Vergangenheit viele ansteckende Krankheiten beseitigt bzw. ihre Verbreitung unterbunden werden.
Die Impfung löst im Körper der Katze einen komplizierten Prozess aus, bei dem das Abwehrsystem aufgefordert wird, die eingeschleusten fremden Proteine (Antigene) zu erkennen und biologische Abwehrkräfte (Antikörper) zu produzieren. Diese Antwort des Immunsystems beschützt die Katze künftig vor den im Impfstoff vorhanden Erregern.
Zwar ist kein Impfstoff 100% wirksam gegen alle Stämme von infektiösen Erregern, doch werden die meisten geimpften Katzen immun gegen die gefährlichen Krankheiten.
Sehr wichtig in diesem Zusammenhang: Damit die Tiere gegen bestimmte Erkrankungen eine Immunität aufbauen, ist rechtzeitiger (Jungtiere!) und regelmäßiger Impfschutz (Wiederholung und Auffrischung!) notwendig.
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Quelle: "Das Recht der Tiere, 1/2001".
Mit freundlicher Genehmigung des "Bund gegen den Mißbrauch der Tiere"