Erkrankungen der Katze
Infektionskrankheiten
FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)
FIP wird durch einen Coronavirus übertragen und äussert sich im Anfangstadium
oft in Form von Fieber, Appetitmangel, Gewichtsverlust und Atembeschwerden.
Sie ist eine komplexe tödlich verlaufende Viruserkrankung der Katzen.
Sie ist überaus gefährlich und wird durch den direkten Kontakt mit infizierten
Artgenossen bzw. indirekt über Freßnapf und Katzentoilette übertragen.
Man unterscheidet eine sogenannte feuchte Form der FIP, die in typischen Fällen
mit einer "Bauchwassersucht" einhergeht.
Die Katzen sind bei diesem Krankheitsbild stark abgemagert und haben einen
dicken mit Flüssigkeit gefüllten Bauch. Auch in der Brusthöhle können solche
Flüssigkeitsansammlungen auftreten.
Die zweite Variante ist die sogenannte trockene FIP. Hier kommt es zu
Schädigungen der inneren Organe (Leber, Niere, Milz, Herz etc.)
FIP wurde bei Katzen erstmals in den 60er Jahren festgestellt und ist inzwischen
weltweit verbreitet. Wegen ihres unspezifischen Krankheitsbildes kann sie häufig
nur sehr schwer oder gar nicht diagnostiziert werden. Sie ist in Deutschland
inzwischen für fast jeden sechsten Todesfall bei Katzen verantwortlich.
Jede Katzen, die Ausgang nach draußen hat und dadurch mit Artgenossen
in Kontakt kommt, ist prinzipiell ansteckungsgefährdet. Erkrankt eine Katze
an FIP, so sind die Folgen praktisch immer tödlich.
Bislang gibt es noch keine wirksame Therapie, die den tödlichen Ausgang dieser
Krankheit verhindert. Die einzige Möglichkeit, Katzen vor FIP zu
schützen, besteht durch völlige Isolation oder prophylaktische Impfung der
Tiere. Prinzipiell können alle gesunden Katzen ohne Sicherheitsrisiko geimpft
werden. Hierbei wird der Impfstoff nicht gespritzt, sondern über die Nase
verabreicht.
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Katzenseuche (Feline Infektiöse
Enteritisoder Panleukopenie)
ist sehr ansteckend und kann für Katzen in jedem Alter tödlich verlaufen.
Besonders häufig sind aber Katzen unter 2 Jahren betroffen. Die Erkrankung
beginnt mit schnell ansteigendem Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen und schließlich
wässrig-blutigem Durchfall.
Wegen des hohen Flüssigkeitsverlustes leiden die Katzen unter starkem Durst,
sind aber meist zu sehr geschwächt, um noch selbst zu trinken.
Er Erreger ist ein winzig kleiner Virus, der zu der Familie der Parvo-Viren gehört.
Die erkrankten Katzen scheiden ihn mit dem Kot aus. Gegenüber äußeren Einflüssen
ist der Virus sehr widerstandsfähig, er kann seine krankmachenden Eigenschaften
selbst über Jahre behalten.
Die Ansteckung kann einerseits durch direkten Kontakt mit erkrankten Katzen und
andererseits auch indirekt mit Gegenständen und Kleidung erfolgen. Deshalb sind
Katzen, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, ebenfalls gefährdet.
Die vorbeugende Schutzimpfung ist die einzige verlässliche Bekämpfungsmethode.
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Katzenschnupfen (Feline Virale
Rhinotracheitis)
Katzenschnupfen (Feline Virale Rhinotracheitis) ist eine ansteckende
Infektionskrankheit, für die mehrere Viren verantwortlich sind. In den meisten Fällen
sind Rhinotracheitis-, Calici- und Herpesviren sowie Chlamydien für die
Erkrankung verantwortlich. Der Katzenschnupfen ist für die Tiere eine
lebensbedrohliche Erkrankung. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch direkten
Kontakt mit anderen Katzen. Besonders tükisch ist, daß Katzen den Erreger
bereits ausscheiden können, wenn sie äußerlich noch gesund erscheinen.
Die Krankheit beginnt mit tränenden Augen, klarem, wässrigem Augenausfluss,
Niesen, Appetitlosigkeit und Fieber.
Bei ungünstigem Verlauf kommen Schleimhautdefekte, schmerzhafte, blutige Geschwüre
in der Nase, auf der Zunge, am Zahnfleisch und im Rachen hinzu.
In schweren Fällen sterben die erkrankten Tiere innerhalb weniger Tage. Auch
wenn eine ursächliche Behandlung des Katzenschnupfens nicht möglich ist, sollte
dennoch bei den ersten Krankheitszeichen ein Tierarzt aufgesucht werden, denn
bei frühzeitiger Hilfe kann zumindest der Krankheitsverlauf gemildert werden.
Ein zuverlässiger Schutz ist jedoch nur durch die Impfung möglich.
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Leukose (FeLV)
ist eine Viruserkrankung mit schleichendem Verlauf. Von der Ansteckung
bis zur Erkrankung könne Jahre vergehen. In dieser Zeit wird der Erreger bereits
millionenfach mit dem Speichel, Kot, Augen- und Nasensekret ausgeschieden. Die Übertragung
ist über die Maulhöhle bei Benutzung des gleichen Futtergeschirrs oder durch
Biss möglich. Bei Infektion über die Maulhöhle gelangt das Virus nach Vermehrung
in der Maulschleimhaut und den Mandel in die Blutbahn und schließlich in das
Knochenmark, wo es zu einer weiteren Vermehrung kommt.
Nach erneutem Freisetzen ins Blut, besiedeln die Erreger zahlreiche Organe. Der
Ausbruch der Krankheit kann mit den vielfältigsten Krankheitserscheinungen
einhergehen. Beginnend mit Lustlosigkeit, Fieber, plötzlicher Abmagerung,
blassen Schleimhäuten, Entzündungen am Zahnfleisch bis hin zu Wucherungen in der
Brusthöhle und im Bauch. Die größte Gefahr besteht bei der Leukose in einer Schwächung
der Abwehrkraft. Die Leukose ist oft Grundlage für andere, meist tödlich
verlaufende Krankheiten. Schutz bietet nur eine vorbeugende Impfung. Bevor Sie
Ihre Katzen impfen lasen, sollte die Katze einen Bluttest mit FeLV-negativem
Resultat aufweisen.
In nicht fortgeschrittenem Stadium ist Leukose gut behandelbar; die Katzen müssen
nicht eingeschläfert, aber zu ihrem Schutz von nicht Leukose-geimpften-Artgenossen
ferngehalten werden.
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Tollwut
wird durch ein Rhabdovirus übertragen, der nicht nur zahlreiche
Tierarten gefährdet, sondern auch den Menschen. Nach Ausbruch der ersten
Krankheitserscheinungen gibt es keine Möglichkeit der Heilung.
Eine Behandlung erkrankter Tiere ist aus veterinärrechtlichen Gründen verboten.
Die Tollwut gehört somit zu den gefährlichsten und gefürchtetsten
Infektionskrankheiten.
Die Übertragung erfolgt durch virushaltigen Speichel infizierter Tiere. Er
Erreger gelangt über Hautverletzungen, z.B. Schürf- oder Bisswunden in den Körper;
von dort wandert der Erreger über Nervenbahnen zum Gehirn. Je nach Entfernung
der Bißstelle vom Gehirn dauert die Inkubationszeit bis zu 30 und mehr Tage. Die
typischen Symptome sind: Bewegungsstörungen, abnormales Verhalten wie besondere
Schreckhaftigkeit, aber auch auffallend zahmes Verhalten sonst scheuer Tiere. Im
Endstadium herrschen dann Krämpfe und Lähmungen vor, die letztendlich immer zum
Tode führen.
Die Tollwutschutzimpfung gehört zu den Impfungen, die unbedingt durchgeführt
werden müssen, wenn man mit seinem Tier ins Ausland verreisen möchte. Da der
Impfschutz wie auch bei den anderen Impfungen nur ein Jahr hält, muß die Impfung
jährlich wiederholt werden.
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Wie funktioniert der Impfschutz?
Durch Impfungen konnten in der Vergangenheit viele ansteckende
Krankheiten beseitigt bzw. ihre Verbreitung unterbunden werden.
Die Impfung löst im Körper der Katze einen komplizierten Prozess aus, bei dem
das Abwehrsystem aufgefordert wird, die eingeschleusten fremden Proteine (Antigene)
zu erkennen und biologische Abwehrkräfte (Antikörper) zu produzieren. Diese
Antwort des Immunsystems beschützt die Katze künftig vor den im Impfstoff
vorhanden Erregern.
Zwar ist kein Impfstoff 100% wirksam gegen alle Stämme von infektiösen Erregern,
doch werden die meisten geimpften Katzen immun gegen die gefährlichen
Krankheiten.
Sehr wichtig in diesem Zusammenhang: Damit die Tiere gegen bestimmte
Erkrankungen eine Immunität aufbauen, ist rechtzeitiger (Jungtiere!) und regelmäßiger
Impfschutz (Wiederholung und Auffrischung!) notwendig.
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Quelle: "Das Recht der Tiere, 1/2001".
Mit freundlicher Genehmigung des "Bund gegen den Mißbrauch der Tiere"