Selma und Lisa
MAUZER
Der Kühlschrankklau
Felix
Tinka
Mit der Katze auf Du und Du
Der Tag, an dem alle Katzen schwarz wurden
Selma und Lisa
Die Odyssee eines Katzenpaares
Lisa ist eine wunderschöne dreifarbene Katzendame. Ihre Schwester Selma ist nicht weniger schön, lediglich
etwas kleiner und im Wachstum zurückgeblieben.
Man fand die beiden Katzen im Alter von ca. 5 Monaten in der Nähe
eines Bauernhofes, halbverhungert und abgemagert. Sie hatten keine
allzu großen Überlebenschancen. Spaziergänger, die Mitleid mit den
Tieren hatten, brachten sie uns.
Der Anfang mit den beiden Katzen war alles andere als einfach. Beide
waren extrem scheu und versteckten sich bei der geringsten Annäherung. Sauberkeit war für sie ein absolutes Fremdwort. Es vergingen Wochen, bis man sich ihnen nähern konnte, ohne dass sie
davonsprangen. Nachdem eine weitere Zeitspanne verging, ohne dass
sich ihr Verhalten wesentlich veränderte, entschloß ich mich, sie aus ihrem „Gefängnis Katzenhaus“
freizulassen – auf die Gefahr, dass sie nicht wiederkämen.
Die Tür nach aussen blieb geöffnet, die Fressnäpfe waren gefüllt.
Wie würden sie sich entscheiden? Sie kamen nicht, auch an den
folgenden Tagen nicht. Am 6. Tag ihres Verschwindens waren die Fressnäpfe
leer, jedoch von den Katzen keine Spur. Sie mussten wohl
Nachts gekommen sein. So blieb es auch an den Folgetagen: Napf leer, von
den Katzen nichts zu sehen. Eines Tages signalisierte mir ein klägliches
Miauen, dass sie in der Nähe waren. Nach weiteren
Tagen ließen sie sich sehen und legten allmählich ihre Scheu ab.
Es vergingen weiterhin viele Wochen. Eines Tages war es so weit, dass sie
sich anfassen ließen. Man konnte endlich an eine Vermittlung denken. Ein
Ehepaar aus einer Landgemeinde interessierte sich für die beiden Katzen.
Groß war die Freude, als ich die Beiden ins Haus brachte. Tage zuvor wurde
von den neuen Besitzern alles notwendige eingekauft. Ich war heilfroh, für
die beiden Tiere endlich einen guten Platz gefunden zu haben. Doch es sollte
anders kommen.
Nach zwei Tagen erreichte mich ein dringender Anruf. Ich solle Selma, die
Kleinere der beiden Katzen, sofort wieder abholen, sie hätte die ganze
Wohnung verunreinigt. Auf meinen Vorschlag, doch noch ein paar Tage zuwarten
zu wollen, wollte man nicht eingehen. Für die abzuholende Selma durfte ich
eine „Ersatzkatze“ aus dem Katzenhaus, ein wunderschönes Tigermännchen mitbringen.
Für Selma war der Traum von einem schönen Zuhause zunächst zuende. Sie musste
wieder zurück. Gottlob es schien mit der neuen Lösung zu klappen. Die Freude war
groß. Mensch und Katze verstanden sich prächtig. Die Besitzer riefen mich in den
folgenden Tagen und Wochen mehrfach an um mir mitzuteilen, wie sehr sie sich über
die beiden Katzen freuten.
Die Welt war in Ordnung - bis zu jenem Sonntag, an dem mir die Besitzer am
Telefon mitteilten, dass die kleine Tigerkatze an FIP erkrankt sei und dass
keine Rettung für sie gegeben hätte. Ich solle sofort kommen und, auf Anraten
des Tierarztes, die verbliebene Lisa bholen. Sie wollten nicht mit ansehen, wie
diese auch an FIP zugrunde ging. Ich traf zwei völlig verzweifelte Menschen an, die
ihre ganze Liebe in diese Tiere steckten. Nun jetzt auch noch dies.
Ich wurde mit heftigen Vorwürfen konfrontiert: Ich hätte unvorsichtig
gehandelt, ich hätte wissentlich eine fiperkrankte Katze vermittelt,
ich hätte keine Berechtigung weiter Katzen zu vermitteln. Sie wollten nie wieder etwas mit mir zu tun haben .....
Für Lisa gab es keinen anderen Weg als wieder ins Katzenhaus
zurück. Ich wusste ja nicht, inwieweit sie sich angesteckt hatte.
Sie wusste nicht wie ihr geschah. Eine in den Folgetagen eingeleitete
Blutuntersuchung ergab gottlob keine Erkrankung , jedoch eine leichte
FIP-Infizierung. D.h.: Die Katze ist durchaus lebensfähig, kann jedoch
nur alleine als Hauskatze gehalten werden.
Lisa musste viele Wochen allein im Katzenhaus verbringen. Sie tat
mir leid. Alle Versuche sie unter diesen Bedingungen zu vermitteln,
scheiterten. Vor kurzem gelang es mir, ich hatte nicht mehr daran
glauben wollen, Lisa zu vermitteln. Es geht ihr nach Auskunft der
neuen Besitzer unter den gegebenen Bedingungen sehr gut.
Und Selma? ..... Sie war auch in der Folgezeit nicht vermittelbar.
Jede Veränderung bewirkte bei ihr Panik. Sie ist als Katze Nr. 3
in unserer Hausgemeinschaft verblieben. Sie ist inzwischen sehr
sauber, zutraulich, bettelt den ganzen Tag nach Fressen und fühlt
Sich „sauwohl“.
Gerhard Grimm
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MAUZER
Erinnerungen an eine ungewöhnliche Katze
Er kam vor etlichen Jahren im Alter von etwa 3 Jahren zu uns: Abgemagert,
halbverhungert und voller Ungeziefer. Wir päppelten ihn mit viel Geduld und
erheblichem Zeitaufwand auf. Er gedieh nach und nach zu einem prächtigen
Kater. Sehr schnell fühlte er sich in unserem Haus heimisch und entwickelte
sich zu einem dominierenden Hausgenossen.
Wir nannten ihn "Mauzer", weil er ständig etwas zu sagen hatte. So oft er
mich sah "krähte" er. Ich erinnere mich an die Morgenstunden, wenn ich nach
dem Aufstehen die Küche betrat. Meist lag er ausgestreckt auf dem Hochschrank
und tönte mir mit einem langgezogenen "Miau" entgegen. Mit einem Sprung war
er unten und ich musste ihn zur Begrüßung ausgiebig kraulen, was er mit einem
wohligen Schnurren beantwortete.
Er mochte es nicht, wenn ich längere Zeit abwesend war. Er war dann sehr
beleidigt und bestrafte mich dann mit längerer Abwesenheit. Erst allmählich
bequemte er sich wieder, mit mir in Kontakt zu treten. Abends, wenn ich zu
Bett ging, war er mit einem Satz auf der Bettdecke, um sich seine
Streicheleinheiten abzuholen.
Er war eine fröhliche Katze und genoß sein Katzenleben. Die Welt war für ihn
in Ordnung. Bis zu dem Tag, an dem er plötzlich nicht mehr fressen wollte. Wir
versuchten es mit allerlei Leckerbissen, er verweigerte jegliche Nahrungsauf-
nahme . Als sich sein Zustand nicht verbesserte. suchten wir den Tierarzt auf.
Wir hatten einen schlimmen Verdacht. Untersuchung und Bluttest bestätigten
den Verdacht: Er hatte sich mit FIP infiziert, jener heimtückischen Krankheit,
die in allermeisten Fällen zum Tode führt.
Ich konnte und wollte es nicht wahrhaben, obwohl ich darüber Bescheid wusste.
Sein Zustand verschlechterte sich in der Folgezeit zusehends. Er fraß trotz aller
Anstrengung nicht mehr. Wir versuchten, mit zweitägigen Infusionen ihn
am Leben zu erhalten. Dies bewirkte lediglich ein Hinausschieben, jedoch keine
Heilung seines Leidens. Auch tägliche Infusionen halfen nicht weiter. Er wurde
täglich apathischer und bestand letztlich nur noch aus Haut und Knochen.
Wir mussten eine Entscheidung treffen: Am Morgen des 15. Februar trat ich mit
ihm seinen letzten Gang zum Tierarzt an. Ich war bei ihm bis zu seinem letzten
Atemzug. Ich begrub ihn am Abend des folgenden Tages unter den Sträuchern
unseres Gartens, jener Stelle, wo er sich so gern aufhielt.
Gerhard Grimm
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Der Kühlschrankklau
Seitdem unser Kater anlässlich seiner schweren Erkrankung vor einem
Jahr auf den Geschmack gekommen ist, lässt er nichts unversucht, an
Putenfleisch zu gelangen.
Wir verwunderten uns und machten uns gegenseitig Vorwürfe, weil der
Kühlschrank ständig offenstand. Wir konnten es uns nicht erklären.
Bis wir eines Tages den Dieb erwischten: es war Tinka, unser
Karthäuserkater. Er stand auf die beiden Hinterpfoten, mit der
linken Vorderpfote stützte er sich ab und mit der anderen Pfote
drückte er mit einem Ruck die Tür des Kühlschranks auf.
Was tun? Wir klebten Tesaband an, es nützte nichts, er brachte am
nächsten Tag den Schrank wieder auf. Wir schoben den Kratzbaum
davor, dies schien die Lösung zu sein, die Türe blieb endlich zu.
Allerdings nur solange, bis er eines Tages merkte, dass man das
Hindernis beiseite schieben konnte. Die Tür war wieder geöffnet.
Wir beschafften uns Paketklebeband und legten es mehrere Mal zur
Stärkung übereinander. Dies schien nun endlich die Lösung zu sein.
Der Kühlschrank blieb in der Folgezeit verschlossen. Bis zu dem Tag,
an dem sich unser Kater einen Helfer in Person unserer Tigerkatze
auserkoren hat. Der Tiger begann mit einer riesigen Ausdauer das
Klebeband von oben herab zu bearbeiten, Tinka half von unten her nach.
Nach geraumer Zeit löste sich das Band und wurde mit vereinten Kräften
abgestreift.
Die Mühe hatte sich wirklich gelohnt: Unsere schönen Steaks für den
Sonntag mußten daran glauben. Wir erwischten Hund und Katzen gerade
noch, wie sie sich über das letzte Fleischstück hermachten.
Ab sofort gibt's nur noch eines: Küchenverbot für alle Katzen!!!
Da soll einer sagen, Katzen wären nicht schlau …
Gerhard Grimm
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Felix
Diese Geschichte ist unserem „Felix“ gewidmet, dem leider kein langes Katzenleben vergönnt war.
Es gibt Tage, da möchte man alles „hinschmeißen“ und aufhören. Man sollte meinen, dass man nach
jahrelanger Arbeit im Tierschutz etwas „abgebrüht“ ist, dass es einem nicht mehr „unter die Haut geht“.
Dem scheint wohl nicht so zu sein.
Ich erinnere mich genau an den Tag, als er zusammen mit 2 weiteren Geschwistern bei uns abgegeben wurde.
Ein wunderschönes, etwa 6 Wochen altes Kätzchen. Die Drei hatten leichten Katzenschnupfen und mussten
beim Tierarzt behandelt werden. „Felix“ erholte sich rasch, wuchs zusehends und war quicklebendig.
Durch seine Art unterschied er sich sehr rasch von seinen Geschwistern und wurde alsbald der
„Liebling des Katzenhauses“. Beim Fressen konnte er nie genug bekommen. Schon wenn ich in
unmitttelbarer Nähe des Katzenhauses war, meldete er sich lautstark zu Wort. Im Katzenhaus
rannte er sofort auf mich zu, schmuste und ließ sich immerfort kraulen. Die Welt war für ihn in
Ordnung.
An jenem Morgen fiel mir nicht Besonderes auf, er kam wieder sogleich auf mich zugerannt und freute sich
über die gefüllte Futterschüssel. Eine der Katzen musste etwas Durchfallprobleme haben, wie ich am Kot
feststellte. Bei jungen Katzen nichts Aussergewöhnliches.
Ich war unterwegs, als ich gegen 17.00 Uhr per Handy angerufen wurde. Es sei etwas im Katzenhaus nicht in
Ordnung, ich solle sogleich kommen. Beim Betreten des Raumes bemerkte ich ihn sofort:
Er lag zusammengekrümmt am Boden, regungslos. über und über besudelt, mehr tot als lebendig. Ich hatte
keine Ahnung was geschehen war, zu Tode erschrocken.
Obwohl ausserhalb der Sprechzeiten, konnte ich sofort in die Tierarztpraxis kommen. Wir stellten fest,
dass die Katze Verdauungsprobleme hatte und erhöhte Temperatur aufwies. Er versuchte, durch Injektion
von Serum und Zufuhr von Elektrolyt Abhilfe zu schaffen.“ Es steht nicht gut“, meinte er beim Verlassen
der Praxis.
Im Katzenhaus legte ich das Tier vorsorglich auf ein vorgewärmtes Heizkissen und träufelte ihm etwas
Flüssigkeit ein. Ich schaute am Abend mehrmals zu ihm rein. Er lief im Käfig, wohl etwas wackelig.
umher. Gegen 24.00 Uhr schaute ich letztmals zu ihr rein. Vielleicht schaffte sie es doch.
Als ich am frühen Morgen gegen 5.00 Uhr wieder im Katzenhaus war, bemerkte ich es sogleich:
Wir hatten unseren gemeinsamen Kampf verloren. Da lag er, regungslos, die Todesstarre war bereits
eingetreten. Es ging mir an jenem Abend nicht gut, als ich ihn im nahegelegenen Wald vergrub….
Gerhard Grimm
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Tinka
Eine kleine (wahre) Katzengeschichte
Man gab sie bei uns zur Vermittlung ab, weil man sie nicht mehr gebrauchen konnte.
Es sollte eine Katzendame sein, beim genauen Hinsehen entpuppte sich diese allerdings
als ein Kater. Meine Frau nennt ihn seither „Tinker“. Weil mir dieser Name nicht gefällt,
nenne ich ihn weiterhin „Tinka“.
Tinka ist ein wunderschöner Karthäuserkater. Ein wuscheliges blaugraues, dichtes Fell,
ein großer, dicker Kopf, dazwischen zwei ganz große Augen.
Weil er so ein prächtiger Kerl ist, haben wir uns sehr bald entschlossen, ihn als Katze
Nummer 5 in unsere Hausgemeinschaft aufzunehmen. Und weil er so ein ganz und gar
„ruhiger Typ“ ist, versteht er sich mit den übrigen Katzen prächtig. Wenn es irgendwann
einmal Streit gibt, geht er diesem einfach aus dem Weg. Für mich selbst übt er eine fast
„therapeutische“ Wirkung aus. Wenn ich gelegentlich mal so richtig „in Fahrt“ bin, total
verärgert, und alles „zum Mond schießen“ möchte, brauche ich nur in seine riesengroßen Augen
schauen, und ich werde zusehends ruhiger.
An jenem Abend kam der Kater nicht wie gewohnt nachhause. Auch zu später Stunde war er
nicht an seinem Fressplatz. Wir machten uns Sorgen. Wir suchten das ganze Haus ab.
Da entdeckten wir ihn: Zusammengekauert, blutüberströmt, man konnte nicht einmal feststellen,
ob an seiner Schnauze etwas fehlte. Wir waren zu Tode erschrocken.
Obwohl es zu sehr später Nachtstunde war, suchten wir unseren Tierarzt sofort auf. Der
schaute sich die übel zugerichtete Katze an. Gottlob, das Gesicht war „noch ganz“. Aufgrund
der diversen Schwellungen konnte man ihn an jenem Abend weder röntgen, noch Genaueres gesagt
werden.
Die Auskünfte am darauffolgenden Morgen waren etwas beruhigender. Diagnose: Schädel- Hirntrauma,
keine erkennbaren inneren Verletzungen, jedoch Verletzungen im Schädelbereich, die nicht operierbar
waren. Lebensgefahr bestände nicht Von wegen Fressen keine Spur. Tinka musste künstlich ernährt
werden. Die folgenden Tage blieb der Kater weiterhin beim Tierarzt zur weiteren Beobachtung und
Behandlung. Da er auch weiterhin auf grund der Schmerzen keinerlei Nahrung zu sich nehmen konnte,
blieb er am Tropf. Am 8. Tag seiner Behandlung meinte unser Tierarzt, die Prozedur mit der künstlichen
Ernährung könne ich auch selbst zuhause machen. Die Heilungschancen für unseren Kater wären so
wohlgünstiger. Ich ließ mir alles zeigen, übte selbst das Einstecken der Infusionsnadel.
Doch zuhause klappte gar nichts. Ich stoch ständig daneben, die Flüssigkeit,die in den Körper sollte,
floß nach aussen. Ich gab es auf. Es blieb nichts anderes übrig, als weiterhin Tag für Tag zum Tierarzt
zwecks Infusion zu fahren. Nach etwa 2 Wochen ließ er sich sehr widerwillig etwas flüssige Nahrung
in sein Maul einträufeln. Es verging nochmals eine weitere Woche ohne erkennbaren Fortschritt. Ende der
3. Woche versuchte ich es mit winzigen Portionen von Putenfleisch, die er gierig verschlang. Hurra,
wir hatten es geschafft! Tinka musste leider nochmals für eine Woche zum Tierarzt, da wir nicht
anwesend waren.
Es geht ihm jetzt wieder gut, streckt sich wie zu alten Zeiten gähnend am Boden. Seine Vorliebe
für Putenfleisch hat er allerdings nicht aufgegeben. Die übrige Nahrung wird erst angerührt,
wenn er merkt, dass es nichts anderes gibt. Weil er es so mag, kaufen wir ihm eben hin und wieder
ein Stückchen Putenfleisch. Er ist ja so ein toller Kerl.
Gerhard Grimm
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Mit der Katze auf Du und Du
eine - etwas andere - Katzengeschichte
Es war Sonntagfrüh und ich war mit dem Kaffeezubereiten beschäftigt. Zunächst bemerkte ich nicht, dass er mich von
oben her beobachtete und sehen wollte, in welcher Gemütsverfassung ich mich befand.
Plötzlich tönte mir vom Hochschrank ein langgezogenes „Miau“ entgegen. Jetzt erst bemerkte ich ihn. Da lag er,
langgestreckt, die Vorderpfoten nach unten gehängt, als wollte er sagen: „Auch schon da?“ Ich entgegnete ihm: „Du weißt
doch, dass ich Sonntags später komme“. Er fixierte mich, verdrehte den Kopf und meinte: „ Ist mir egal, ich warte schon
lange genug auf Dich“.
Mit einem Satz sprang er von oben auf den Küchentisch. „Du weißt doch, dass Du hier nicht drauf darfst, geh bitte runter“,
brüllte ich ihn an. Er erschrak sichtlich, schaute mich ungläubig an und wedelte unschlüssig mit dem Schwanz. „Bitte nur
noch dieses Mal“. Dabei stützte er sich mit den Vorderpfoten auf und schaute mich mit weit geöffneten Augen an. Dann
stand er an mir hoch und schmiegte sich an mich: „Jetzt möchte ich aber endlich meine Streicheleinheiten“.
Ich kraulte ihn am Hals, was er mit einem wohligen Schnurren und einem aufgeregten Schlagen des Schwanzes beantwortete.
Obwohl ich in weiter kraulte, stellte er plötzlich das wohlige Schnurren ein und miaute nach unten: „Das ist etwas, das
mich beschäftigt“. Unten stand sein „Todfeind“, ein etwa zweijähriger Langhaarkater, den er um alles in der Welt nicht
leiden konnte.
Ein Sprung nach unten und der Andere war schnellstens verschwunden. Nach- dem er das Feld geräumt hatte, war er wieder
mit einem Satz oben und bedeutete mir: „So, jetzt kannst Du weitermachen mit Kraulen“.
Ein paar Tage später fuhren wir für kurze Zeit in den Urlaub. Wir kamen Abends sehr spät zurück. Kaum an der Haustür,
liefen uns sogleich all unsere Katzen entgegen. Nur einer fehlte: „Mauzer“.
Er war die ganze Nacht und auch am darauffolgenden Morgen nicht zu sehen. Es wird ihm doch nichts passiert sein. Allmählich
machten wir uns Sorgen um ihn.
Nachmittags plötzlich ein langgezogenes „Quäk“. („Quäk“ macht er immer, wenn er sehr schlecht gelaunt ist). Ich schaute,
woher der Laut kam, konnte aber nichts entdecken.
Wieder dieses „Quäk“. „Wo bist Du denn, ich vermisse Dich“, rief ihn ihm zu. Daraufhin: „Ich bin beleidigt, ich mag Dich
nicht mehr“. Ich setzte mich auf die Gartenmauer, um ihm gut zuzureden. Allmählich kam er aus seinem Versteck
hervorgekrochen, begab sich ihn gebührender Entfernung zu mir in Position, wedelte aufgeregt mit dem Schwanz und meinte:
„ So einfach geht das nicht mit dem Friedenschließen“. Alle meine weiteren Annäherungsversuche nützten nichts. Er war
absolut nicht zu bewegen, auf mich zuzukommen.
Am Abend drehte ich mit dem Hund noch eine Runde im Dorf. Plötzlich hörte ich hinter mir ein langgezogenes, klägliches „Miau“,
was bedeutete: „Diesmal will ich Dir nochmals verzeihen, - sind wir jetzt wieder gute Freunde?“
Ich musste ihm hoch und heilig versprechen, ihm rechtzeitig Bescheid zu sagen, wenn wir wieder einmal längere Zeit
abwesend sind.
Anmerkung: „Mauzer“ ist ein etwa dreijähriger wunderschöner Kater. Er wurde als Fundkatze vor zwei Jahren in erbärmlichem
Zustand bei uns abgegeben. Wir haben ihn wieder hochgepäppelt. Seitdem ist er ein anerkanntes Mitglied unserer Familie.
Gerhard Grimm
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Der Tag, an dem alle Katzen schwarz wurden
Wenn ich es bis dahin nicht wusste, wie man`s macht - jetzt weiß ich es:
Man nehme einen Ölkachelofen, stelle den Schalter für den Ventilator für die
Frischluftzufuhr auf „Aus“ und verlasse das Haus. Es klappt garantiert.
So geschehen an jenem denkwürdigen Abend im November 2002.
Irgendein seltsamer Geruch lag in der Luft, als ich das Haus betrat. Ich konnte mir
absolut nicht vorstellen, woher dieser kam, bzw. was die Ursache dafür war.
Als ich dahinter kam und zu meinem Schrecken feststellte, dass der Schalter für den
Ventilator am Ofen auf „Aus“ stand, war es bereits zu spät. Wenige Augenblicke später
gab es einen ohrenbetäubenden Knall, die Ofenplatte hob sich für den Bruchteil einer
Sekunde und eine riesige Rußwolke ergoß sich in unser Wohnzimmer.
Zu allem Unglück befanden sich, da es draussen sehr kalt war, fast alle unserer Katzen
im Raum. Durch den Knall aufgeschreckt und „zu Tode erschrocken“rasten diese in wilder
Panik umher und betraten, wie sollte es anders sein, genau die Stellen, wo der Ruß am
dicksten lag.
Können Sie sich vorstellen, wie die Katzen jetzt aussahen?
Aus weißen Katzen wurden graue Katzen - aus grauen Katzen wurden schwarze Katzen.
Was nun? - Die grauen und die schwarzen Katzen machten allesamt dasselbe:Sie lecken,
und lecken, und lecken sich ... solange, bis sie - vielleicht - wieder weiß werden.
Bleibt nur zu hoffen, dass sie diese Tortur heil überstehen.
Für mich gilt jetzt nur eines: Putzen, putzen, putzen .....
Gerhard Grimm
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